Spacex-deal: echostar zwingt sich zum ausstieg – viertelmillionen kunden verloren
Die einst ambitionierten Pläne von EchoStar, mit Hilfe von SpaceX und AT&T ein viertes, eigenständiges Mobilfunknetz in den USA aufzubauen, sind gescheitert. Ein überraschendes Urteil des FCC-Vorstands Brendan Carr hat die Pläne des US-amerikanischen Telekommunikationsunternehmens ins Stocken geraten.
Der preis des erfolgs: milliarden für den zweck der zweck – und eine bitterböser rückschlag
Vor einem Jahr verkaufte EchoStar einen Großteil seines Spektrums an AT&T und SpaceX für unglaubliche 40 Milliarden Dollar. Das Unternehmen befand sich in einer finanziellen Krise und verabschiedete sich damit von seinem Mid-Band-3,45-GHz-Frequenzbereich sowie seinem Low-Band-600-MHz-Bereich. AT&T nutzte das Spektrum bereits im November, um die 5G-Downloadgeschwindigkeiten um bis zu 80% zu steigern. SpaceX erhielt 40 MHz AWS-4, 10 MHz AWS-H Block und 15 MHz AWS-3 Frequenz.
Das FCC-Urteil beendete nun diese Entwicklung. Das Ziel eines vierten, eigenständigen Anbieters – ein Modell, das nach dem Kauf von Boost Mobile durch Dish Network etabliert wurde – ist damit für immer geplatzt. EchoStar, das nun 3% an SpaceX besitzt und dessen IPO im nächsten Monat für Aufsehen sorgen wird, hat sich offenbar die teure Lektion erlernt, dass der Wettbewerb in der US-Mobilfunkbranche unerbittlich ist.

Boost mobile: vom hoffnungsträger zum verlustgeschäft
Boost Mobile, einst als Hoffnungsträger für ein neues Mobilfunkmodell positioniert, operiert heute als hybrides MVNO und nutzt das Netzwerk von AT&T. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Seit der Übernahme durch Dish Network sind rund 1,47 Millionen Kunden abgewandert. Im Januar bis März dieses Jahres verzeichnete der Anbieter lediglich 16.000 neue Abonnenten – ein Rückgang von 89,3% im Vergleich zum Start im ersten Quartal letzten Jahres mit 150.000 Neukunden. Die Gründe für diesen deutlichen Rückgang sind vielfältig: Die FCC übte immensen Druck auf EchoStar aus, sein Spektrum zu verkaufen, bedrohte mit der Enteignung und forcierte die Einhaltung strenger Testanforderungen von Dish Network.

Die last der regulierung
EchoStar begründet den Verkauf des Spektrums mit dem Druck des FCC-Chefs Brendan Carr, der angeblich Drohungen mit der Beschlagnahmung von Lizenzen und der Beschleunigung von Tests aussprach, die Dish Network bestand. Die Entscheidung, das Spektrum zu verkaufen und Geld zu generieren, wurde als pragmatischer Schritt gewertet, um den drohenden Verlust zu verhindern. Darüber hinaus wird EchoStar derzeit von mehreren Mobilfunkmasten verklagt, da das Unternehmen seine Pläne, ein eigenständiges 5G-Netzwerk zu bauen, abrupt gestoppt hat. Die Firma verteidigt sich gegen diese Klagen, die von Unternehmen wie American Tower, Comcast Business Communications und Zayo Group eingereicht wurden.
Spacex-ipo als rettungsanker
Trotz dieser Rückschläge scheint EchoStar zumindest von der Entwicklung rund um SpaceX zu profitieren. Der Aktienkurs des Unternehmens ist im letzten Jahr um unglaubliche 523,77% gestiegen, von 22 auf aktuell 137,23 Dollar – ein Spiegelbild des bevorstehenden Börsengangs von SpaceX. Es bleibt abzuwarten, ob EchoStar diese positiven Effekte nutzen kann, um sich von den finanziellen Belastungen und dem Verlust von Kunden zu erholen. Die Zukunft des Unternehmens hängt nun entscheidend von der Entwicklung des SpaceX-IPOs und der Fähigkeit ab, sich neu zu positionieren.
