Streamer-millionen bestraft: cnmc schlägt alarm bei influencer-praktiken
Ibai, Wild und Nachter – die Giganten der deutschen Streaming-Szene – müssen teuer für Verstöße gegen das deutsche Rundfunkgesetz zahlen. Die Bundesnetzagentur (CNMC) hat die Prominenten mit erheblichen Geldbetten belegt, die ein klares Signal an die gesamte Branche senden.
Schlampige werbung und fehlende jugendschutzeinrichtungen: die gründe für die strafen
Die Entscheidung der CNMC ist weniger eine Verurteilung der Kreativität der YouTuber, sondern ein hartes Nachsehen bei der Einhaltung gesetzlicher Vorgaben. So wurde Ibai Llanos, bekannt für seine extravaganten Liveshows mit La Velada, dafür bestraft, in seinen Videos Werbebotschaften ohne ausreichende Kennzeichnung platziert zu haben. Es ging um Getränke, die ungeprüft in die Inhalte eingebunden wurden – ein Verstoß gegen die klare Kennzeichnungspflicht, die das Gesetz vorsieht. Ein Fehler, der in einer Branche, in der Millionen Zuschauer abhängen, keinesfalls passieren darf.
Jordi Wild, der Organisator des Dogfight Wild Tournament, sah sich mit ähnlichen Problemen konfrontiert. Seine Kämpfe – oft mit extremen und gewalttätigen Elementen – wurden ohne angemessene Altersbeschränkungen und Warnhinweise ausgestrahlt. Die CNMC verlangt, dass solche Inhalte klar gekennzeichnet und vor potenziell schädlichen Inhalten gewarnt wird. Das ist nicht nur gesetzlich vorgeschrieben, sondern auch eine Frage der Verantwortung.

Nachter und seine medikamentenwerbung – ein skandal
Auch Nachter, der für seine auffälligen Instagram- und Facebook-Kampagnen bekannt ist, wurde wegen Verstößen bei der Werbung für Medikamente belangt. Er verzichtete auf die obligatorischen Hinweise zur Einnahme und auf die Aufforderung, einen Arzt zu konsultieren. Das ist mehr als nur ein Verstoß gegen die Gesetzgebung – es ist ein ethischer Vertrauensbruch. Wer Medikamente bewirbt, hat eine besondere Verantwortung, die Gesundheit der Konsumenten zu schützen.

Die cnmc schiebt die schuld an der relevanz
Die Behörde begründet ihre Entscheidungen mit der „besonderen Relevanz“ von Ibai Llanos und Co. als sogenannte UERs (User Engagement Rating). Diese Influencer haben eine große Reichweite und somit eine höhere Verantwortung, die Gesetze einzuhalten. Es ist eine Frage der Kausalität: Wer viel Reichweite hat, muss auch mehr Verantwortung tragen. Es ist ein Prinzip, das auch in anderen Bereichen des Lebens gilt – ein Architekt darf keine Häuser ohne Kenntnis des Baugesetzes errichten.

Fazit: die influencer-branche braucht klare regeln
Die Geldbetten der CNMC sind eine klare Botschaft: Auch Prominente müssen sich an die Gesetze halten. Es ist an der Zeit, dass die Branche sich diesen Regeln bewusst wird und sie ernst nimmt. Sonst drohen nicht nur Strafen, sondern auch ein Vertrauensverlust bei den Zuschauern. Die Streaming-Szene ist ein riesiger Markt – und die Werbeindustrie ist ein wichtiger Teil davon. Aber ohne Transparenz und Verantwortung wird dieser Markt nicht nachhaltig sein. Die CNMC hat die Weigerung einiger Influencer, die Grundlagen des Mediums zu verstehen, schlichtweg nicht akzeptiert.
