Bitcoin übertrifft gold: krypto trotzt geopolitischem chaos
Während die globalen Märkte unter der Spannung des Konflikts im Iran wanken, hat bitcoin Gold überholt – ein Vergleich, der oft gezogen, aber selten erfüllt wird. Die digitale Währung erholte sich am Donnerstag von einem Tageshoch von 71.777 US-Dollar, nachdem sie zuvor um rund 9 % gestiegen war. Dieser Aufschwung kam inmitten eines zunehmenden Pessimismus bei traditionellen Anlagen wie Aktien und Gold, die nach den jüngsten Angriffen auf Iran durch die USA und Israel massive Abschläge erlitten.
Krypto-welle: bitcoin profitiert von unsicherheit, gold verliert boden
Die Krypto-Community zeigt sich seit Wochen optimistischer als Anleger in Aktien und Gold. Doch der jüngste Konflikt hat auch bitcoin nicht verschont. Seit dem Höchststand von über 126.000 US-Dollar Anfang Oktober ist der Preis um rund 40 % gefallen. Über 1,8 Billionen US-Dollar an Marktwert sind seitdem entwichen.
Trotz dieser Verluste zeigen sich positive Tendenzen. US-basierte börsengehandelte Fonds (ETFs), die Bitcoin abbilden, verzeichneten im März bereits über 1,1 Milliarden US-Dollar Zuflüsse, darunter allein am Mittwoch 462 Millionen US-Dollar. Diese Zahlen deuten auf eine wachsende Vertrauensbasis im Markt hin.
Gold hingegen verzeichnete seit dem 26. April einen Rückgang von fast 2 %, während Bitcoin um über 10 % zulegte. Diese Entwicklung stellt eine Kehrtwende dar, denn zuvor hatte Gold in den letzten Monaten wiederholt Rekordpreise erreicht, während Bitcoin tendenziell abstürzte.
Die sogenannte „Total 3“-Metrik, die den gesamten Marktwert aller Altcoins (ohne Ether) darstellt, ist seit Anfang Februar um etwa 12 % gestiegen, so der Krypto-Analyst Sylvain Olive. Dies deutet auf eine zunehmende Diversifizierung der Kryptomärkte hin.
Ob Bitcoin tatsächlich als sicherer Hafen für Kapital geeignet ist, bleibt abzuwarten. Doch die aktuelle Entwicklung zeigt, dass die digitale Währung eine eigene Dynamik entwickelt hat, die sich nicht mehr allein an traditionellen Anlageklassen orientiert. Die Frage ist nicht länger, ob Krypto eine Rolle spielen wird, sondern wie.
