Cook verlässt apple – ternus übernimmt: eine neue ära?
Tim Cook tritt überraschend als CEO von Apple ab. Der Übergang an John Ternus, bisher technischer Kopf des Unternehmens, wirft Fragen nach der zukünftigen Ausrichtung auf. Die Nachricht ist ohne Zweifel die Woche, der Monat und fast schon das ganze Sommer – und wir müssen uns fragen, was das für die Innovation bedeutet.
Ein jahrzehnt des erfolgs, doch ohne den 'jobs-effekt'?
Cooks Amtszeit war alles andere als ein Desaster. Apple ist von einem großen Unternehmen zu einem gigantischen Kraftpaket herangewachsen. Die Marktbewertung ist von rund 350 Milliarden Dollar auf über 4 Billionen Dollar gestiegen. Die jährlichen Umsätze liegen bereits über 400 Milliarden, und das Ökosystem aktiver Geräte bewegt sich in Zahlen, die weltweit über 2,5 Milliarden erreichen. Und dann ist da noch der iPhone – über 3 Milliarden verkaufte Einheiten weltweit.
Doch trotz dieser beeindruckenden Zahlen scheint ein Gefühl der Ungewissheit zu keimen. Apple ist zwar immens, aber der 'Alles-verändernde-Moment' ist in den letzten Jahren seltener geworden – ein Vergleich mit Steve Jobs ist unweigerlich. Jon Favreau nutzte die Apple Vision Pro, um 'The Mandalorian' und Grogu zu erschaffen. Eine Erfahrung, die nur wirklich verstanden werden kann, wenn man die Realität der Virtualität selbst erlebt.

Innovation oder déjà-vu?
Jedes Jahr bringt Apple neue Produkte: bessere Kameras, leistungsstärkere Chips, hellere Displays, Akkus, die größer werden. Das Problem ist jedoch, dass fast alles sehr ähnlich aussieht. Während jeder Launch weiterhin ein globales Ereignis ist, sinkt die Überraschungsgunst. Samsung drängt mit seinen faltbaren Geräten, Xiaomi verbessert sich ständig in der Fotografie, und andere bringen künstliche Intelligenz in nahezu alles ein. Nicht immer gelingt es ihnen, aber sie zeigen zumindest, dass sie nach etwas anderem suchen. Apple hingegen scheint in einer anderen Phase zu sein – einer der Verfeinerung, aber es dauert viel zu lange. Die jüngste Verzögerung bei den Mac-Releases aufgrund von RAM-Mangel beweist dies eindrücklich.
2029 – Apple plant, Sub-1-nm-Chips zu entwickeln. In Steve Jobs' Zeit war der Markt ein Eldorado. Es gab Raum für so viele neue Kategorien, wie man wollte. Heute ist das Smartphone ein zu reifes Produkt. Die meisten großen Ideen sind bereits umgesetzt. Was übrig bleibt, ist meist eine Evolution, nicht eine Revolution. Die große Frage ist nun: Kann Apple wieder zu dem Unternehmen werden, das den Technologie-Weg neu definiert hat – oder kann der Wechsel an Ternus diesen Trend nicht aufbrechen?
Die Herausforderung für Ternus liegt darin, das Produkt wieder in den Vordergrund zu stellen. Er ist Ingenieur, keine Marketingkraft. Er ist jahrelang an der Entwicklung wichtiger Hardware beteiligt. Es klingt nach einer Rückkehr zu den Wurzeln, zu der Technik, die Apple einst ausgemacht hat. Ein potenzielles iPhone 18 oder ein faltbares Modell im Herbst könnte das Signal für einen Neuanfang sein. Doch Apple ist nicht mehr dort, wo es mit dem iPhone begann. Die 'atomare' Zukunft des iPhones rückt näher.
Es ist eine Zeit des Umbruchs. Apple muss sich entscheiden: Bleibt es als Perfektionierungsmaschinen oder kehrt es zu dem Mut zurück, die Dinge zu verändern, die es vor 20 Jahren so innovativ gemacht hat?
