Cpu-ausverkauf und ram-engpass: pc-bausplittler geben auf

Die Tech-Welt steht Kopf: Ein akuter Mangel an RAM-Modulen und SSDs dominiert seit Monaten die Schlagzeilen. Doch die Krise geht tiefer, als zunächst angenommen. Neue Komponenten geraten ebenfalls in den Sog der Knappheit – und zwingen den ambitionierten Heimwerker zum Umdenken.

Die kette bricht: von der cpu bis zum mainboard

Die kette bricht: von der cpu bis zum mainboard

Nachdem Arbeitsspeicher und Solid-State-Laufwerke die Bestellungen massiv zurückgewiesen haben, scheint sich nun auch die Lieferkette für Prozessoren und Mainboards zu verengen. MindFactory, der deutsche Großhändler, vermeldet in den ersten Monaten 2026 ein drastisches Minus bei den Verkaufszahlen beider Komponenten im Vergleich zum Vorjahr – ein Rückgang von rund 25-mal. Der Februar 2025 lag mit knapp über 1.000 verkauften Mainboards bereits über den Erwartungen, im aktuellen Vergleich ist die Zahl auf weniger als 500 gesunken. Dieser spürbare Einbruch ist um ein Vielfaches höher als die Verkaufszahlen der Vorjahre, die bereits als schwach galten.

Die Folge: Ein Dominoeffekt

Während der Ersatzteilmarkt – Platinen und Prozessoren – offenbar noch verfügbar sind und zu vernünftigen Preisen zu bekommen sind, entscheiden sich die meisten Kunden nicht mehr für den Aufbau eines kompletten PCs aus Einzelteilen. Stattdessen wird verstärkt auf den Kauf eines fertigen Systems gesetzt. Dies verstärkt wiederum die bereits bestehende Knappheit bei RAM und SSDs, wodurch die Auswirkungen der Krise noch stärker werden als befürchtet.

CPU-Engpässe bestätigen die Lage

Die Probleme reichen sogar noch weiter: Auch bei Prozessoren meldeten asiatische Hersteller bereits vor einigen Wochen massive Verzögerungen bei Aufträgen und Preiserhöhungen von bis zu 10 bis 15 Prozent. Das deutet auf eine ernsthafte Produktionsproblematik hin, die sich negativ auf die Verfügbarkeit von CPUs auswirken dürfte. Es ist eine beunruhigende Entwicklung, die den gesamten PC-Markt belastet.

Die Bottom Line: Verzicht oder Geduld

Die Entscheidung liegt nun bei den Verbrauchern: Wer auf den Kauf von Komponenten verzichtet und auf ein gebrauchtes oder älteres System setzt, kann möglicherweise noch eine Option finden. Wer jedoch unbedingt auf die neuesten Modelle besteht, muss sich mit langen Lieferzeiten und höheren Preisen abfinden – oder seine Pläne komplett aufgeben. Die Zeiten, in denen man einfach nur eine neue Grafikkarte bestellt hat, sind endgültig vorbei. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit, und der Moment ist alles.