Cybersecurity: frauenquote bleibt niedrig – pionierin setzt auf neue wege

Eva Puerta Pérez blickt in eine Branche, in der sie sich als Frau behauptet – und eine deutliche Lücke sieht. Während die Cybersecurity dringend Fachkräfte benötigt, dominieren Männer die technischen Positionen. Im Interview spricht die 34-Jährige über Herausforderungen und Chancen.

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Die Cybersecurity ist ein Feld, das lange Zeit als Männerdomäne galt. Doch Eva Puerta Pérez, Global CISO für EMEA bei Check Point Software Technologies, ist eine von wenigen Frauen, die sich in dieser Welt durchgesetzt haben. Ihre Karriere ist ein Beweis dafür, dass Talent unabhängig vom Geschlecht die Tür öffnen kann. Doch die Realität sieht so aus: Frauen sind zwar häufiger in der Branche, doch meist in unterstützenden oder Managementpositionen. Technische Rollen sind weiterhin von Männern dominiert.

Puerta Pérez erinnert sich, wie sie vor 12 Jahren, als das Thema Cybersecurity noch kaum auf der Agenda stand, einen Job fand, der ihre journalistischen Fähigkeiten mit der Notwendigkeit, Bedrohungen zu analysieren, verband. „Ich wusste damals nichts von Cybersecurity, aber die Herausforderung hat mich sofort angesprochen.“ Sie lernte schnell, wie man Netzwerke überwacht, Verhaltensmuster im Internet analysiert und Sicherheitsberichte erstellt. Ihr Team wuchs von 15 auf 60 Mitarbeiter – ein Spiegelbild des explosionsartigen Wachstums der Branche.

Die Ursache für die Unterrepräsentation von Frauen sieht sie in gesellschaftlichen Stereotypen. „Mädchen werden oft eher in Richtung Pflegeberufe gelenkt, während MINT-Fächer wie Ingenieurwesen oder Informatik nicht als natürliche Option wahrgenommen werden.“ Das führt dazu, dass viele junge Frauen sich für Studiengänge entscheiden, die traditionell als „weiblich“ gelten.

Doch die Cybersecurity bietet attraktive Perspektiven: hohe Gehälter, sichere Arbeitsplätze und eine stetig wachsende Nachfrage nach Fachkräften. Die Rolle der CISO ist dabei vielfältig: Risiken analysieren, Schutzpläne entwickeln und Unternehmen bei der Vorbereitung auf digitale Bedrohungen unterstützen. Sie betont, dass Technologie nicht nur Programmieren bedeutet.

Mehr als nur code

Mehr als nur code

„Wer in der Technologie arbeitet, muss nicht zwingend den ganzen Tag Code schreiben“, erklärt Puerta Pérez. „Es gibt viele Bereiche im Management, der Strategie, der Analyse oder der Führung. Das ist ein sehr breites Feld, in dem sich jeder seinen Platz finden kann.“ Sie rät jungen Frauen, sich diesen Weg zu suchen, wenn sie sich von traditionellen Studienbereichen nicht angesprochen fühlen.

Der Internationale Frauentag ist für sie ein Anlass, junge Frauen zu ermutigen, sich für eine Karriere in der Cybersecurity zu entscheiden. Es gibt mittlerweile zahlreiche Studiengänge und Weiterbildungsmöglichkeiten. Trotzdem zeigt die Statistik, dass Frauen in Führungspositionen noch unterrepräsentiert sind. In ihren eigenen Kursen an der Universität waren es beispielsweise nur noch drei von vier Studierenden, die sich für Cybersecurity entschieden haben.

Die Cybersecurity ist mehr als nur ein Job – sie ist eine Notwendigkeit. Die zunehmende Digitalisierung macht Unternehmen und Einzelpersonen anfälliger für Angriffe. Puerta Pérez ist überzeugt: Die Zukunft gehört denen, die sich dieser Herausforderung stellen. Und Frauen haben hier eine entscheidende Rolle zu spielen – auch wenn der Weg dorthin noch nicht immer einfach ist.

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