Drohnenkrieg: us-militär setzt auf teure alternativen – und laser

Die zunehmende Nutzung von Drohnen im Krieg verändert die Schlachtfelder – und zwingt die Militärs zu einer raschen Entwicklung neuer Verteidigungssysteme. Während Drohnen aufgrund ihres günstigen Preises und ihrer Flexibilität im Einsatz sind, erfordert ihre wachsende Verbreitung eine Gegenstrategie. Die Frage ist, wie die Streitkräfte mit dieser Entwicklung Schritt halten wollen.

Drohnen im aufwind: die neue ära der kriegsführung

Die Einsatzfrequenz von Drohnen im Konflikt in der Ukraine und jüngsten Auseinandersetzungen im Iran zeigt einen dramatischen Wandel in der Kriegsführung. Diese kleinen, kostengünstigen Fluggeräte sind nicht mehr nur für Aufklärung und Kartierung von Bedeutung. Sie werden zunehmend als direkte Waffen eingesetzt – sei es durch den Transport von Sprengstoffen oder als selbstmörderische Drohnen, die sich in Ziele stürzen. Die Effektivität von Drohnen steigt, besonders wenn sie in Schwärmen agieren.

Doch der Aufstieg der Drohnen hat einen Preis. Die wachsende Anzahl an Drohnen in Betrieb zwingt die Militärs, in die Entwicklung von Gegenmaßnahmen zu investieren. Die traditionellen, teuren Anti-Bstands-Systeme wie die Patriot-Raketen, die für die Abwehr von Flugzeugen konzipiert sind, sind bei der Abwehr von Drohnen oft überdimensioniert und finanziell nicht tragbar. Ein einzelner Patriot-Interceptorknall kann beispielsweise drei Millionen Dollar kosten – im Vergleich zu den 20.000 bis 50.000 Dollar, die für eine iranische Shahed-Drohne aufgewendet werden.

Eine vielversprechende Alternative stellen kostengünstigere Systeme dar, wie beispielsweise das FZ123 von Thales. Dieser Raketenstandort verschießt tausende kleine Stahlkugeln, die bei der Detonation eine Metallwolke erzeugen. Diese Wolke kann sowohl einzelne Drohnen als auch ganze Schwärme abwehren. Der Vorteil: Die Munition ist deutlich günstiger als konventionelle Raketen. Die Technologie ist außerdem kompatibel mit Standard-NATO-Lafette und kann sowohl von Hubschraubern als auch von Bodensystemen eingesetzt werden.

Doch auch außerhalb von Raketen gibt es vielversprechende Entwicklungen. Indra hat beispielsweise ein Anti-Drohnen-System entwickelt, das derzeit den spanischen Kontingent in Litauen schützt. Das System, das im Rahmen des Projekts Aracne entwickelt wurde, kombiniert Radare, Kamerasensoren und elektronische Gegenmaßnahmen, um kritische Infrastrukturen zu schützen. Im Gegensatz zu traditionellen Systemen ist es flexibel einsetzbar – sowohl stationär als auch mobil.

Der nächste große Schritt: Laserwaffen. Israel ist hier bereits führend. Das Projekt Iron Beam, ein laserbasiertes Luftverteidigungssystem, ist operativ einsatzbereit und kann Drohnen auf bis zu 10 Kilometer Entfernung neutralisieren. Der Vorteil: Die Betriebskosten sind im Vergleich zu Raketen extrem gering, da es sich um eine elektrische Energiequelle handelt. Der Entwicklungsaufwand ist allerdings beträchtlich.

Das US-Verteidigungsministerium hat bereits eine Anfrage zur Herstellung von 300.000 Drohnen gestellt, um mit dem wachsenden Drohnen-Feld zu konkurrieren. Die Entwicklung von Anti-Drohnen-Systemen muss mit der Zunahme der Drohnenproduktion Schritt halten. Die fortschreitende Entwicklung der Drohnentechnologie, die immer kleiner, schneller und schwerer zu erkennen ist, erfordert eine ständige Weiterentwicklung der Verteidigung. Die Herausforderung besteht darin, mit der Geschwindigkeit der Innovation Schritt zu halten.

Die Entwicklung neuer Drohnenabwehrsysteme ist nicht nur eine militärische Notwendigkeit, sondern auch ein Wettlauf um die Vorherrschaft im Luftraum. Die Technologie verändert die Kriegsführung grundlegend – und diejenigen, die sich anpassen, werden die entscheidenden Vorteile haben.