Energiekrise: iran-konflikt treibt gaspreise auf rekordhoch

Europa steht vor einer neuen Energiekrise, die möglicherweise die Auswirkungen des Ukraine-Krieges übertrifft. Die Futures für Erdgas in Europa sind am Montag um über 22 % gestiegen und nähern sich 40 Euro pro MWh – der höchste Tagesanstieg seit 2022.

Gefahr im ormuz-strait: krieg setzt lng-lieferungen zu.

Gefahr im ormuz-strait: krieg setzt lng-lieferungen zu.

Der Auslöser: Der Konflikt im Iran nach Angriffen der USA und Israels am vergangenen Samstag hat den Schiffsverkehr im strategisch wichtigen Ormuz-Strait weitgehend lahmgelegt. Tanker und LNG-Schiffe meiden die Route aus Angst vor Raketen- oder Drohnenangriffen. Versicherungen haben ihre Deckung für die Schiffe in der Region zurückgezogen.

Die Bedrohung betrifft vor allem die Lieferung von Flüssigerdgas (LNG), da Länder wie Katar und Bahrain eine Schlüsselrolle spielen. Katar allein liefert etwa 15 % der europäischen LNG-Importe. Ein Unterbrechung der Lieferungen hätte besonders gravierende Folgen für Asien.

Die USA sind nach wie vor der wichtigste Gaslieferant für Europa, gefolgt von Algerien, Nigeria, Norwegen und – trotz des Krieges in der Ukraine – Russland. Für Spanien ist der Anteil Katars gering.

Die Situation verschärft sich durch die bereits schwachen Gasreserven in der Europäischen Union. Die Lagerbestände liegen derzeit unter 31 %, weit entfernt von den 40 %, die es zu diesem Zeitpunkt im Vorjahr gab.

Frankreich, Deutschland und Großbritannien haben sich zu der US-amerikanischen Intervention zur Verteidigung ihrer Basen und Verbündeten in der Region bekannt. Der Ormuz-Strait ist ein kritischer Engpass für den globalen Energiemarkt, durch den etwa 30 % der weltweiten Energieflüsse – darunter Erdgas und Öl – transportiert werden.

Die Europäische Union muss nun schnell alternative Lieferquellen finden, während die Wintermonate zu Ende gehen. Die steigenden Preise dürften die Inflation weiter befeuern und die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen zusätzlich belasten. Die kommenden Wochen werden zeigen, wie die EU auf diese neue Herausforderung reagiert.