Google drive verstärkt schutz vor ransomware – doch nicht für alle nutzer
Die Cloud-Speicherplattform von Google bietet nun einen wichtigen Schutz gegen Ransomware, doch nicht ohne Einschränkungen. Die KI-gestützte Erkennung und Wiederherstellung von Dateien ist offiziell aus der Beta-Phase heraus und wird nun breiter ausgerollt.
Ransomware-angriffe auf cloud-daten: google reagiert
Ransomware, also die Verschlüsselung von Daten durch Kriminelle mit anschließender Lösegeldforderung, ist ein wachsendes Problem. Google Drive für den Desktop kann jetzt Ransomware erkennen und die Synchronisierung stoppen, bevor Dateien verschlüsselt werden.
Die neue Erkennungs-KI ist laut Google vierzehnmal schneller und präziser als die Beta-Version. Dies bedeutet, dass die Plattform mehr Ransomware-Infektionen identifizieren kann – und zwar schneller. Eine entscheidende Verbesserung, denn jede Sekunde zählt, wenn Daten verschlüsselt werden.
Die Datei-Wiederherstellung wurde ebenfalls verbessert. Nutzer können nun mehrere betroffene Dateien gleichzeitig wiederherstellen, nicht nur einzeln.

Einschränkung für kostenlose nutzer: die kostenlose version bleibt verwundbar
Während die Datei-Wiederherstellung für alle Nutzer, einschließlich derjenigen mit kostenlosen Google-Konten, verfügbar ist, bleibt die Ransomware-Erkennung ein exklusives Feature für kostenpflichtige Workspace Business und Enterprise Pläne. Dies ist ein deutlicher Unterschied.
Wer ein kostenloses Google-Konto nutzt, kann zwar nach einem Angriff Dateien wiederherstellen, erhält aber keine Warnung vor einem bevorstehenden Angriff. Das ist vergleichbar damit, das Schloss erst an die Tür zu hängen, nachdem der Einbrecher bereits drin ist.
Google hat in den letzten Monaten verstärkt auf Sicherheit gesetzt, beispielsweise durch die Vorbereitung von Android 17 auf die Quantencomputer-Ära und die Blockierung von Millionen schädlicher Apps. Die Einschränkung der Ransomware-Erkennung auf kostenpflichtige Pläne wirkt angesichts dieser Bemühungen wie ein Rückschritt.
Die Tatsache, dass Google die Technologie besitzt, um alle zu schützen, aber eine wichtige Sicherheitsfunktion hinter einer Bezahlschranke platziert, ist fragwürdig. Die Technologie ist beeindruckend, und die Verfügbarkeit der Datei-Wiederherstellung für alle Nutzer war der richtige Schritt. Ransomware ist nicht nur ein Problem für Unternehmen; Privatpersonen verlieren regelmäßig Familienfotos, Steuerdokumente und andere persönliche Dateien.
Die Geschwindigkeit, mit der Googles KI-Systeme Infektionen erkennen, ist bemerkenswert. Für kostenlose Nutzer wäre eine grundlegende Warnfunktion zumindest ein notwendiger Schritt.
Die Sicherheit von Cloud-Speichern hängt von den Schutzmechanismen ab, die um sie herum aufgebaut werden. Und derzeit haben kostenlose Nutzer nur die Hälfte des Sicherheitsnetzes.
Die Entwicklung zeigt, dass Cloud-Sicherheit ein Wettlauf gegen die Zeit ist – und Google scheint gerade einen Schritt zurückzugehen, indem es einen wichtigen Schutzmechanismus für seine kostenlosen Nutzer unzugänglich macht. Die Frage ist nicht, ob Ransomware ein Problem ist, sondern wie viele Menschen darunter leiden werden.
