Heißer trend oder überbewertete mode? profi-koch erklärt die airfryer-frage
Die Airfryer-Euphorie hält an. Doch ist das Gerät wirklich so vielversprechend, wie versprochen? Jetzt spricht der renommierte Koch José María Borrás über die Vor- und Nachteile des Küchenhelfers – und enthüllt, warum er nicht die einfache Lösung für jedes Gericht ist.
Airfryer: mehr als nur ein hype?
Der Airfryer hat sich in den letzten Jahren zu einem der beliebtesten Küchengeräte entwickelt. Doch während viele Hausfrauen sich fragen, ob sich die Investition wirklich lohnt, gibt es eine klare Antwort von Profi-Koch José María Borrás. In einem Interview mit der Zeitschrift Clara erklärt der 26-jährige Küchenchef, dass der Airfryer ein nützliches Werkzeug sein kann – aber nur, wenn man ihn versteht.
Borrás betont, dass der Airfryer keine Wunder wirkt. Er ist kein Ersatz für den Backofen oder die Pfanne, sondern ein spezialisiertes Gerät mit spezifischen Stärken. Seine Expertise, gestärkt durch seine Ausbildung an der Technischen Universität Berlin und seine Arbeit bei der Fraunhofer-Gesellschaft, ermöglicht es ihm, die Funktionsweise und Grenzen des Geräts klar zu benennen.

Die technik im fokus: mehr als nur leistung
Wichtig ist bei der Auswahl eines Airfryers nicht die Größe oder die Anzahl der Programme, sondern die technische Basis. Leistung ist entscheidend – mindestens 1.700 Watt sind empfehlenswert, um schnelle Aufheizzeiten und gleichmäßige Ergebnisse zu gewährleisten. Der Temperaturbereich sollte breit genug sein, um von niedrigen Temperaturen zum Trocknen bis hin zu hohen Temperaturen zum Bräunen zu gelangen. Und der Luftstrom muss gleichmäßig verteilt sein, um ein gleichmäßiges Ergebnis zu erzielen.
„Die Größe der Korbkapazität ist zweitrangig“, erklärt Borrás. „Eine moderate Kapazität, die gut funktioniert, ist besser als ein großes Gerät mit zu geringer Leistung.“ Extras wie Touchscreens oder vorprogrammierte Rezepte sind zwar nützlich, aber kein Muss, wenn die Grundfunktionen stimmen.

Chefkoch-tipps für perfekte ergebnisse
Neben der richtigen Wahl des Modells gibt es auch einige Tricks, die für professionelle Ergebnisse sorgen. Das Vorheizen des Geräts verhindert Verzögerungen und verbessert das Bräunungsergebnis. Die nicht Überladung des Korbs ist ebenso wichtig wie das Rühren oder Wenden der Speisen während des Garvorgangs. Und: Ein Hauch von Öl – entweder als leichte Bespritzung oder als Dampf – sorgt für ein besonders knuspriges Ergebnis.
Timing und Temperatur sollten nicht blind übernommen werden. Borrás empfiehlt, zunächst mit wenigen Grundprodukten zu experimentieren und die Einstellungen dann auf andere Gerichte zu übertragen. Er rät, sich nicht von den Angaben auf der Verpackung oder in Rezepten leiten zu lassen, sondern eigene Erfahrungen zu sammeln.

Von menorca auf die weltbühne
José María Borrás, geboren in Mahón auf Menorca, hat bereits früh eine beeindruckende Karriere hingelegt. Er sammelte Erfahrungen in Hotels des PortBlue-Gruppen, bildete sich an der Escuela Hofmann in Barcelona weiter und arbeitete mit renommierten Köchen wie Martín Berasategui und Dani García. Mit 24 Jahren übernahm er die Leitung der Küche im Agroturismo Santa Mariana in Alaior. 2022 wurde er von der Michelin-Guide für seine präzise Verarbeitung lokaler Produkte ausgezeichnet. Sein kulinarischer Weg führte ihn schließlich nach Lisboa, wo er 2024 die spanische Delegation bei der S.Pellegrino Young Chef Academy vertrat und den zweiten Platz belegte. Seine Philosophie: Nachhaltigkeit, Kontrolle und die Wertschätzung der lokalen Küche – ein Anspruch, den er nun auch in seinem Restaurant Aquiara in Ciutadella verfolgt.
„Der Airfryer ist kein Ersatz für traditionelle Kochmethoden, sondern ein wertvolles Ergänzungsmittel“, betont Borrás. „Wenn man ihn richtig nutzt, kann er die Zubereitung von Speisen effizienter machen und gleichzeitig die Fettaufnahme reduzieren.“
Die Airfryer-Debatte ist noch lange nicht abgeschlossen. Doch eines ist klar: Der Schlüssel zum Erfolg liegt im Verständnis der Technologie und der Bereitschaft, eigene Wege zu gehen.
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