Huawei plantzt ein falttelefon-monster: zu viel innovation?
Es ist offiziell: Die Innovations-Wut der Smartphone-Hersteller kennt keine Grenzen – zumindest, wenn man den neuesten Gerüchten über Huawei Glauben schenkt. Das Unternehmen scheint an einem zweifach faltbaren Clamshell-Design zu arbeiten, das die Grenzen des Praktischen sprengt und eine Frage aufwirft: Brauchen wir wirklich noch mehr Bildschirmfläche, wenn sie unsere Hosentasche in ein unhandliches Klotz verwandelt?

Ein hauch von wahnsinn im falttelefon-markt
Samsung und Apple scheinen in letzter Zeit etwas in Innovationsstagnation zu verfallen, so muss man leider feststellen. Ihre neuen Modelle finden zwar ihren Weg auf die Bestenlisten, aber sie versprühen keinen echten Wow-Effekt mehr. Die Zeiten, in denen ein neues Smartphone die Welt auf den Kopf stellte, scheinen vorbei zu sein. Doch Huawei scheint den Mut zu haben, diesen Trend zu durchbrechen – oder ihn ins Absurde zu treiben.
Die geleakten Renderings zeigen ein Gerät, das an ein überdimensioniertes, faltbares Gehirn erinnert. Es handelt sich um ein Clamshell-Falttelefon, das nicht nur einmal, sondern zweimal zusammenklappt. Das Ergebnis ist ein Gerät, das zwar mehr Bildschirmfläche bietet, aber gleichzeitig fragwürdig in der Handhabung ist. Ein Gerät, das eher an eine futuristische Spielerei erinnert als an ein praktisches Werkzeug.
Ich bin ein Freund von Falttelefonen – von den Galaxy Z Fold-Modellen bis hin zu den kühneren Experimenten wie dem Mate XT Ultimate Design. Aber dieses trifoldable Clamshell-Konzept ist etwas zu weit. Das Prinzip „Wir sind Huawei und wir können es“ ist selten ein überzeugendes Argument für eine neue Technologie. Es geht nicht nur um die Möglichkeit, sondern um die Sinnhaftigkeit.
Die schiere Größe und das ungewöhnliche Format machen die Bedienung mit einer Hand zur Herausforderung. Im Hochformat ist es umständlich, im Querformat schlichtweg unmöglich. Und wie werden Apps auf einem Bildschirm dargestellt, der so hoch ist, dass man ihn kaum erreichen kann? Die Vorstellung, die Benachrichtigungsleiste von diesem Monstrum herunterziehen zu müssen, ist schlichtweg albern.
Es scheint, als ob einige Hersteller den menschlichen Maßstab vergessen haben. Ein Smartphone soll in die Hand passen, nicht wie eine Fernbedienung für einen Fernseher aussehen. Taller aspect ratios mögen auf dem Papier beeindrucken, aber sie führen zu einer eingeschränkten Benutzerfreundlichkeit. Die Praktikabilität muss Vorrang vor dem Aufregertum haben.
Ich liebe exotische Telefone und Faltgeräte sind für mich immer ein spannendes Experiment. Aber manchmal ist weniger mehr. Ein iPhone 17 Pro, ein Galaxy S26 Ultra oder ein OnePlus 15 bieten eine bessere Balance zwischen Innovation und Alltagstauglichkeit.
Huawei hat hier ein Konzept geschaffen, das zwar technologisch beeindruckend sein mag, aber in der Praxis scheitert. Die Zukunft der Smartphones liegt nicht in der ungesteuerten Anhäufung von Funktionen, sondern in der intelligenten Optimierung des Nutzererlebnisses. Und das erfordert mehr als nur einen Bildschirm, der sich dreimal zusammenklappen lässt.
