Iran-konflikt: ölpreise explodieren – us und russland profitieren

Die Eskalation zwischen den USA und Israel im Iran hat die Ölpreise in ungeahnte Höhen getrieben. Seit Beginn der Auseinandersetzung vor drei Wochen ist der Preis für Brent-Öl von rund 70 auf über 100 Dollar pro Barrel gestiegen. Eine Entwicklung, die vor allem zwei Nationen enorm begünstigt: die Vereinigten Staaten und Russland.

Die machtverschiebung im ölmarkt: wer gewinnt, wer verliert?

Die Auswirkungen der geopolitischen Spannungen sind deutlich: Der Schifffahrtsweg durch den Persischen Golf, der für einen erheblichen Teil der globalen Ölversorgung von Bedeutung ist, ist de facto blockiert. Während die USA ihre Rohölexporte über den Golf von Mexiko und LNG-Terminals steigern, profitiert Russland von der Aufhebung von Sanktionen, die seine Exportmöglichkeiten bisher stark einschränkten. Diese Entwicklung hat zu einem enormen Gewinnanstieg für beide Länder geführt.

Schätzungen von Business Insider España gehen von zusätzlichen Gewinnen in Höhe von 300 MilliardenDollar für 2026 aus, sollten die Ölpreise bei 100 Dollar pro Barrel stabil bleiben. Diese Summe berücksichtigt zwar nur die Rohölproduktion, aber die tatsächliche Auswirkung ist noch größer. Die USA profitieren nicht nur von höheren Preisen, sondern auch von einer gestiegenen Produktionsmenge. Während Russland seine Produktion seit 2023 reduziert hat, hat die USA ihre Ausbeute deutlich erhöht. Ein entscheidender Faktor ist die geografische Lage: Weder die USA noch Russland müssen ihre Rohölexporte durch den strategisch wichtigen und nun gefährdeten Schifffahrtsweg durch den Ormuz-Strait befördern.

Diese geographische Position schenkt ihnen einen entscheidenden Vorteil. Saudi-Arabien ist eine Ausnahme, da es über die Infrastruktur von Aramco verfügt, um einen Teil seines Öls über den Roten Meer zu leiten. Für andere Golfstaaten wie Irak, Kuwait oder Katar ist der Ormuz-Strait jedoch der einzige Weg zum Export – und dieser Weg ist blockiert. Europa, China, Japan und Südkorea sind besonders betroffen, da sie stark auf Importe angewiesen sind und nun teurere Alternativen suchen müssen. Die steigenden Ölpreise treiben die Kosten für Verbraucher in die Höhe – die Tankstellenpreise steigen spürbar.

Die USA profitieren in absoluten Zahlen deutlich stärker (173 Milliarden Dollar gegenüber 116 Milliarden Dollar für Russland). Allerdings ist der relative Gewinn für Russland höher, da der Preis pro Barrel (90 Dollar für Urals) im Vergleich zu den USA (zwischen 38 und 55 Dollar) deutlich höher liegt. Diese Differenz erklärt, warum Russland, obwohl es weniger einnimmt, einen größeren Anteil der Einnahmen behält.

Die Situation ist komplex. Die USA profitieren von höheren Gewinnen, während Verbraucher und Importländer den Preis zahlen. Russland wiederum kann seine Einnahmen steigern, allerdings unter dem Vorbehalt weiterer Sanktionen und der Instabilität in der Region. Die Weltwirtschaft steht vor einer neuen Herausforderung. Ressourcen werden neu verteilt. Die Konsequenzen für die Energieversorgung sind weitreichend und werden die geopolitische Landschaft nachhaltig verändern.