Japan entwickelt

Tokio ist am Puls der Zeit: Wissenschaftler in Osaka entwickeln eine automatische Kabine, die Körper reinigt, einmassiert und trocknet – und das in nur 15 Minuten. Die „Mirai Ningen Sentakuki“, so der klangvolle Name, könnte die tägliche Hygiene revolutionieren.

Die zukunft des badens?

Die zukunft des badens?

Die Technologie von Science Co. ist mehr als nur eine verbesserte Dusche. Sie kombiniert feine Mikrobubbel, Ultrafeinnebel und integriertes Trocknen. Der Nutzer legt sich in die geschlossene Kabine, wählt seine Präferenzen und die Maschine übernimmt den Rest. Es wird auf ein sanftes, stabiles und komfortables Gefühl Wert gelegt – mit beruhigenden Bildern, Musik und anderen Elementen, die das Waschen in eine Art Wellness-Erlebnis verwandeln sollen.

Die Idee ist nicht neu: Ähnlich wie bei intelligenten Häusern, die Licht, Temperatur und Energieverbrauch steuern, soll die Kabine die Körperpflege automatisieren. Die Technologie kann biometrische Daten des Nutzers erfassen und die Erfahrung entsprechend anpassen.

Der Preis für dieses High-Tech-Bad liegt derzeit bei rund 60 Millionen Yen – etwa 330.000 Euro. Eine Produktionsmenge, die zunächst auf luxuriöse Hotels und Demonstrationszentren beschränkt sein wird. Diese hohe Investition ist ein Hindernis, aber nicht das einzige.

Die Akzeptanz in Europa wird vermutlich langsamer sein. Kleinere Badezimmer und etablierte Gewohnheiten stellen eine Herausforderung dar. Zudem ist die Frage der Kontrolle – wie lange, mit welcher Intensität, wie man sich wäscht – für viele Nutzer von großer Bedeutung. Die Notwendigkeit, die Routine zu verändern, ist ein weiterer Faktor.

Das Konzept geht jedoch über die reine Reinigung hinaus. Die „Mirai Ningen Sentakuki“ ist auch ein Spa und ein Trainingsgerät in einem. Die Technologie verlagert die Diskussion um das Bad in den Bereich der intelligenten Haustechnik – ähnlich wie bei Küchen oder Heizungssystemen.

Die Technologie ist noch in der Entwicklung, aber das Potenzial ist enorm. Es ist fraglich, ob die Kabine die Duschzelle vollständig ersetzen wird, aber sie könnte der erste Schritt zu einem intelligenten Badezimmer sein, in dem die tägliche Hygiene eine Sache der Automatisierung ist. Die traditionelle Dusche könnte sich so zu einer Gewohnheit entwickeln, statt zu einer Notwendigkeit. Die hohen Kosten und der Platzbedarf sind derzeit noch Realität, aber die Vision ist klar: die Körperpflege wird automatisiert.

Science Co. plant, die Technologie in Zukunft weiterzuentwickeln und zu optimieren, um sie erschwinglicher und benutzerfreundlicher zu machen. Ob und wie schnell diese „menschliche Waschmaschine“ in unseren Badezimmern landen wird, bleibt abzuwarten. Doch eines ist sicher: Die morgendliche Routine steht vor einem Wandel.