Ki-chaos im kreativsektor: instagram-chef mosseri überrascht mit zukunftsvision

Die Künstliche Intelligenz erschüttert die Arbeitswelt der Content-Ersteller – doch Instagram-Chef Adam Mosseri hat eine überraschende Prognose: Sie könnte den Wert menschlicher Kreativität sogar noch steigern. Eine höchst ungewöhnliche Einschätzung angesichts der exponentiellen Zunahme synthetischer Inhalte.

Der mensch als ‚premium

Der mensch als ‚premium'-produkt

Mosseri, seit 2018 leitender Direktor von Instagram bei Meta, plädiert offen dafür, dass Nutzer in Zukunft verstärkt nach Authentizität, menschlicher Note und Perspektiven suchen werden – und nicht nach billigen Imitationen. „Wir werden mehr Wert auf das Gesicht hinter dem Bild legen“, erklärt er in einem Podcast mit Lenny Rachitsky. „Instagram war und ist immer mehr als nur der reine Inhalt. Es geht um die Person, den Blickwinkel, die Motivation.“

Die Aussage kommt gerade zur rechten Zeit. Die Wirtschaft der Content-Ersteller steht unter dem Druck der aufkommenden KI-Influencer, virtuellen Models und synthetischer Videos. Einige Kreative fürchten um ihre Existenzgrundlage, da Marken bereits digitale Persönlichkeiten einsetzen, die weder Gehalt fordern noch Urlaub nehmen – oder überhaupt schlafen müssen. Doch Mosseri hält diese Entwicklung für einen Wendepunkt. „Die KI wird das ‚polierte‘ Instagram-Image zerstören“, so seine düstere Einschätzung. „Perfekte Bilder sind kostengünstig und langweilig zu produzieren und zu konsumieren.“ Die Nutzer, so seine Beobachtung, wollen Realität.

Mosseri betont, dass Instagram seit Jahren massiv in die Community investiert, weil die Nutzer die Person hinter dem Content so sehr schätzen. Die Plattform sei immer der Mensch gewesen, nicht nur das Bild. Nun scheint er zu erkennen, dass diese Verbindung in einer KI-isierten Welt sogar noch wichtiger wird. Es ist ein Balanceakt, eine Art ‚Premium'-Produkt zu schaffen – die menschliche Kreativität, verstärkt durch die Möglichkeiten der KI, aber eben nicht von ihr ersetzt.

Die Entwicklung ist ambivalent. Mosseri sieht sowohl eine Chance als auch eine Herausforderung. „Es wird ein Windschatten sein“, räumt er ein, „aber gleichzeitig eine Prüfung für die Community.“ Die Frage ist, ob Instagram diese Prüfung bestehen kann – und ob die Welt wirklich mehr Wert auf die Person hinter dem Bildschirm legen wird, als auf die perfekt generierte Illusion. Ein interessanter, wenn auch beunruhigender, Blick in die Zukunft des digitalen Contents.