Kriminalität als dienst – die neue dunkelzöne des cybercrime

Die schattenseite des internets: crime as a service

Ich erinnere mich noch gut an Gespräche mit Ärzten in Rumänien, weit entfernt von glitzernden Laboren. Diese Erfahrungen haben mich geprägt. Heute beobachte ich, wie sich Kriminalität verändert – und das passiert gerade in der digitalen Welt. Die Entwicklung hin zu "Crime as a Service" (Kriminalität als Dienst) ist ein beunruhigender Trend, der die Art und Weise, wie Cyberkriminelle operieren, grundlegend verändert.

Was ist crime as a service?

Was ist crime as a service?

Crime as a Service beschreibt ein Geschäftsmodell, bei dem Cyberkriminelle Dienstleistungen anbieten, um Angriffe durchzuführen. Statt Malware oder Exploits zu verkaufen, können Kunden sich quasi einen Abonnement für verschiedene Angriffs-Tools und -Techniken sichern. Das ist ein großer Wandel gegenüber dem traditionellenMalware-Handel auf Darknet-Foren. Es ist wie ein Abonnement-Modell für Cyberkriminalität, das die Hemmschwelle senkt und die Komplexität von Angriffen reduziert.

Die darknet-plattformen als marktplatz

Die darknet-plattformen als marktplatz

Das Darknet hat sich zu einem florierenden Marktplatz für Cyberkriminalität entwickelt. TrendAI berichtet von einem deutlichen Anstieg der Abonnements für Crime as a Service-Dienste. Diese Plattformen bieten eine breite Palette an Tools, die von Ransomware mit integrierten Verhandlungssystemen bis hin zu benutzerdefinierter Malware reichen. Auch Phishing-Kampagnen und Infostealer mit Echtzeit-Tracking sind verfügbar. Die Infrastruktur, die diese Dienste unterstützt, ist oft darauf ausgelegt, der polizeilichen Verfolgung zu entgehen.

Professionelle cyberkriminelle

Dieser Trend hat die Cyberkriminalität deutlich professionalisiert. Das Abonnement-Modell sorgt für stabile Einnahmen für die Entwickler und Betreiber, was zu einer ständigen Verbesserung der Tools und einer Erweiterung des Angebots führt. Es entsteht eine Art Unternehmenstruktur innerhalb des Cybercrime. Die Einfachheit des Zugangs zu diesen Plattformen hat die Demokratisierung komplexer Angriffe vorangetrieben. Wer vorher wenig Ahnung hatte, kann nun mit relativ wenig Aufwand schwere Schäden anrichten.

Die auswirkungen auf unternehmen

Obwohl die Technologie sich verändert, bleibt der Kern des Problems bestehen: Der Schaden durch Cyberangriffe ist nach wie vor enorm. David Sancho von Amenazas betont, dass der operative, wirtschaftliche und rufschädigende Impact für Unternehmen unverändert bleibt. Die Zunahme der Angreifer ist das eigentliche Problem. Unternehmen müssen verstehen, dass Crime as a Service keine reversible Bedrohung ist.

Anstieg der cyberangriffe in 2025

Das Instituto Nacional de Ciberseguridad (Incibe) hat im Jahr 2025 über 122.000Cyberangriffe detektiert – ein Anstieg von 26% gegenüber dem Vorjahr. Dieser Zuwachs unterstreicht die Dringlichkeit, sich auf die neue Realität einzustellen. Allerdings hat TrendAI festgestellt, dass die reaktiven Maßnahmen der Unternehmen bisher nicht Schritt gehalten haben.

Was unternehmen tun können

Die Lösung liegt nicht in der Neutralisierung von Crime as a Service, sondern in der Anpassung. Sancho empfiehlt Unternehmen, diese Entwicklung als strukturell zu betrachten und ihre Präventions-, Erkennungs- und Reaktionsfähigkeiten zu verstärken. Eine kontinuierliche Anpassung an diese neue Realität ist unerlässlich für die Corporate Security. Das bedeutet, Investitionen in moderne Sicherheitslösungen, regelmäßige Schulungen der Mitarbeiter und die Implementierung robuster Incident-Response-Pläne.

JahrAnzahl der erkannten IncidenteVeränderung zum Vorjahr
202496.500-
2025122.000+26%