María cruz díaz: die pionierin, die die frauen in der ingenieurwelt inspirierte
María Cruz Díaz war eine der ersten Frauen, die sich in den 1960er Jahren für ein Ingenieurstudium entschied. Als sie an der Universidad Politécnica de Madrid anfing, waren Frauen in dieser Disziplin eine seltene Ausnahme. Doch ihre Leidenschaft für Mathematik und Physik führte sie auf diesem unerwarteten Pfad.
Die herausforderungen, die sie überwand
Die 20-jährige María Cruz Díaz trat 1967 ihr Studium an, als noch weniger als 10 Prozent der Ingenieurstudenten Frauen waren. Sie erinnert sich an die Zeit, als Frauen in den Männertoiletten aufziehen mussten, da es noch keine weiblichen Sanitäranlagen gab. Sie kam aus einer Familie, die in Madrid lebte, aber landwirtschaftlich tätig war. Doch ihre Eltern, Geschäftsleute ohne universäre Ausbildung, unterstützten ihre Entscheidung.
Dabei habe es keine expliziten Ausgrenzungen gegeben, wie sie andere Frauen erfahren haben. Dennoch erinnert sie sich an paternalistische Bemerkungen einiger Professoren, wie wenn einer sie aufrief, um ihr zu sagen, dass sie sich setzen solle, weil sie ein Kleid aus Pansen trug. Aber das größte Hindernis war die akademische Herausforderung. Die Frauen mussten ein höheres Niveau als ihre männlichen Kollegen erreichen, um sich in einem Gleichstand zu bewegen.

Ihr weg zur ingenieurin
María Cruz Díaz gelang es, ihre Leidenschaft für Mathematik und Physik in einem ingenieurwissenschaftlichen Beruf umzusetzen. Sie bewies, dass Frauen auch in dieser Disziplin erfolgreich sein konnten. Ihr Erfolg inspirierte andere Frauen, Ingenieurin zu werden. Heute spricht sie von einem Fortschritt, aber auch von einem langsamen Prozess.
Ein wichtiger Aspekt, den sie heute als Präsidentin des Instituto de la Ingeniería de España (IIE) betrachtet, ist der Rückgang der weiblichen Berufsanfänger in der Ingenieurwelt. Laut ihren Zahlen gibt es in Spanien etwa 750.000 Ingenieure, von denen 20 Prozent Frauen sind. Nur 8 Prozent von ihnen erreichen Führungspositionen.
María Cruz Díaz ist sich bewusst, dass es wichtig ist, die Beispiele von Pionierinnen wie ihr in Erinnerung zu halten, auch wenn diese Frauen oft erst Jahrzehnte später anerkannt wurden. Sie spricht von Hedy Lamarr, der Schauspielerin und Erfinderin, die die Grundlagen für Wi-Fi und Bluetooth legte, und von Pilar Careaga, der ersten industriellen Ingenieurin Spaniens, die 1933 ihr Diplom erhielt und später Bürgermeisterin von Bilbao wurde.

Die zukunft der ingenieurwelt
María Cruz Díaz hofft, dass die Ingenieurwelt mehr Frauen einbezieht und dass sie nicht nur als Exemplar, sondern als normale Ingenieurinnen wahrgenommen werden. Sie betont die Bedeutung der Ingenieurwissenschaft für die Gesellschaft, da sie fast jede Aspekt unseres Lebens beeinflusst, von der Haushaltsgeräte bis hin zu medizinischen Geräten und Infrastrukturprojekten. Doch diese Beiträge werden oft unbemerkt bleiben, da sie als Teil unseres täglichen Lebens erscheinen.
Die Ingenieurin schließt, dass die Ingenieurwelt nur vollständig vorankommen kann, wenn sie alle verfügbaren Talente ausnutzt, also den 100 Prozent des weiblichen und männlichen Potenzials, anstatt nur die Hälfte zu nutzen.
