Met gala im aufruhr: milliardäre unter beschuss
Die Met Gala 2026 hat sich zu einer Schlammschlacht entwickelt – und das nicht mit den üblichen Glitzer und Glamour. Stattdessen prallen die Proteste gegen den exorbitanten Reichtum der Milliardäre mit voller Wucht auf das Event.
Von manhattan bis zu x: die milliarden-kritik entlädt sich
Aus einem Projektionsvideo im Penthouse eines Manhattans, dessen Wert in die neun-stelligen Zahlen geht, bis hin zu scharfen Social-Media-Attacken gegen Anna Wintour – die Kritik an der Gala ist vielschichtig und unerbittlich. Die Demonstranten sind auf die Barrikaden, und einige prominente Persönlichkeiten haben das Event komplett abgelehnt, angeführt von Jeff Bezos und seiner Ehefrau Lauren Sánchez Bezos, die als Hauptsponsoren fungierten. Bezos, der in diesem Jahr nicht einmal die rote Teppich-Premiere bestritt – ein Zeichen der massiven Empörung, das weit über die oberflächliche Fassade der Modeindustrie hinausreicht.
Die öffentliche Stimmung ist von einer wachsenden Ablehnung des extremen Reichtums geprägt. Laut einer Harris Poll Studie aus dem vergangenen Jahr äußerten bereits 47% der Befragten “Verachtung” für Milliardäre – ein Anstieg von beachtlichen acht Prozentpunkten gegenüber 2024. Die Kluft zwischen Arm und Reich wird als eine Quelle von Ungerechtigkeit wahrgenommen, und die Politik spürt die Welle der Empörung. Der in Kalifornien vorgeschlagene Milliardärssteuer, der nun zur Abstimmung steht, und die Wahl von Zohran Mamdani als Bürgermeister von New York, der die Tradition brach und die Gala nicht besuchte, sind nur zwei Beispiele für die konkreten Auswirkungen dieser Stimmung.
Doch die Aktivisten gehen noch einen Schritt weiter. Gruppen wie “Everyone Hates Elon” haben mit kreativen und provokanten Aktionen für Aufsehen gesorgt. Von Graffitiaktionen in der Stadt bis hin zu versteckten “Urin-Bottles” im Museum von Venetien, die auf die Ausbeutung der Amazon-Mitarbeiter verweisen, zeigen sie, dass sie die Botschaft der Ablehnung nicht ruhen lassen wollen.
Das Video, das in Bezos’ Penthouse projiziert wurde, zeigt Mary, eine 72-jährige Amazon-Mitarbeiterin. Ihre Worte sind schmerzhaft ehrlich: “Wenn wir leben, Woche für Woche, meint es mir, ich ärgere mich, weil wenn es nicht die einzelnen Mitarbeiter in jedem Amazon-Center gäbe, hätte er diese Nullen hinter seinem Namen nicht.”

Die macht der sozialen medien: boikott und hass
Die sozialen Medien sind zum Schlachtfeld dieser Bewegung geworden. Vor der Gala dominierten die Beiträge zu X, Instagram, Facebook, TikTok, Reddit und Bluesky ein überwiegend negatives Bild von Bezos und seiner Frau – 70% der Posts waren kritisch, nur 6% positiv. PeakMetrics analysierte die Stimmung und stellte fest, dass die Couple als “symbole für die Invasion der Reichtum in kulturelle Institutionen” wahrgenommen wird und die Ungleichheit in der Gesellschaft thematisiert. Die Teilnahme von Jeff Bezos und Mark Zuckerberg an Haute-Couture-Shows löste ähnliche Reaktionen aus. Über 13.000 Tweets fordern einen Boikott der Gala aufgrund von Bezos’ Beteiligung.
Die Proteste gegen Bezos und andere Milliardäre, wie Beyoncé, sind intensiv. “Everyone Hates Elon” hat eine Kampagne gestartet, um die Gala “zu ruinieren”, die bereits Tausende von Dollar einbrachte. Als Alternative zur Met Gala veranstalteten Aktivisten eine Modenschau namens “Without Billionaires”, während Demonstranten nahe des Veranstaltungsortes Plakate trugen, die die Milliardäre verurteilten. Die Met Gala 2026 selbst erzielte einen Rekordumsatz von 42 Millionen Dollar für das Costume Institute – eine Zahl, die im Kontrast zu der wachsende Kritik steht.
Trotz der Ablehnung durch viele ist das Verlangen nach dem Status eines Milliardärs ungebrochen. Laut der Harris Poll Studie wünschen sich 70% der Befragten, Milliardär zu werden. Die Met Gala, einst ein Symbol für Luxus und Exklusivität, ist nun zu einem Spiegelbild der wachsenden gesellschaftlichen Spannungen geworden – ein aufsehenerregender Beweis dafür, dass die Welt nicht bereit ist, das Leid des Massen zu ignorieren.
