Meta entlässt tausende – angst und berechnung prägen den umgang mit der krise
Ein Mitarbeiter von Meta hat die bevorstehende Massenentlassung von rund 10.000 Mitarbeitern am 20. Mai als ‘28 Tage des Hells’ bezeichnet. Die interne Reaktion war eine Welle der Angst, schwarzer Humor und der verzweifelten Frage, wer seinen Job behalten würde. Stattdessen veröffentlichte Meta, bereits aufgrund von Leaks, ein kurzes Memorandum, in dem die Entlassungen vor dem üblichen Zeitrahmen angekündigt wurden. Die Reduzierung der Belegschaft soll insgesamt 6.000 Stellen abdecken.
Die wahrheit im raum: eine panik unter den mitarbeitern
‘Ich bereite mich vor, Dinge zu tun, die ich in meinem nächsten Lebenslauf angeben kann,’ twitterte ein Mitarbeiter, dessen Kommentar von Sarkasmus durchzogen war. Ein anderer postete ein Bild eines Elefanten – eine klare Anspielung auf die unvermeidliche Konfrontation mit der Realität. Reuters hatte die bevorstehenden Entlassungen bereits im März gemeldet, doch die Ungewissheit nagte an den Mitarbeitern.
Janelle Gale, Meta’s Personalchefin, versuchte, die Situation zu entschärfen und betonte die frühe Ankündigung als ‘ein gewaltiger Anblick der Angst’. Für einige Mitarbeiter brachte die offizielle Bestätigung zumindest eine gewisse Erleichterung. Die Gespräche über die Entlassungen waren so intensiv geführt worden, dass die Ankündigung lediglich die Ungewissheit reduzierte, wie ein anonyme Quelle bestätigte. Ein Mitarbeiter äußerte: ‘Ich könnte meine erste Woche hier haben – ein Abschied.’

Druck und anpassungsstrategien
Der Druck auf die Mitarbeiter, Ergebnisse zu liefern, hat in den letzten Wochen zugenommen. Die Ungewissheit über die betroffenen Teams verstärkt die Situation. Ein Mitarbeiter, der bereits mehrfach Entlassungen in der Firma erlebt hat, erklärte: ‘Ich gehe davon aus, dass ich jederzeit, unabhängig von den Aussagen der Führung, entlassen werde. Ich werde weiterhin wie gewohnt arbeiten und das Beste aus den verbleibenden Monaten machen.’

Entschädigungen und unsicherheiten
Die Frage nach den Aktienoptionen, die am 15. August fällig werden und Teil der Abfindungsregelungen für einige Mitarbeiter sind, sorgte für zusätzliche Verunsicherung. Gale erklärte, dass Mitarbeiter mit einer Abfindung nach dem 15. Mai keinen Anspruch mehr auf diese Zahlungen hätten. Es gab jedoch Ausnahmen, abhängig von der Arbeitsstelle. Ein Mitarbeiter bedankte sich für die Klarstellung, während andere nach der Möglichkeit von freiwilligen Kündigungen fragten, ähnlich wie Microsoft und Google, die ähnliche Angebote gemacht hatten. Die Situation erinnert an den Fall der Tabakindustrie, in der die Übernahme von Geschäftsfeldern zu massiven Entlassungen führte.

Die angst vor dem elefanten im raum
Ein Mitarbeiter äußerte die Sorge, dass die Organisation sich in einen ‘Überlebenskampf’ verwandelt habe, und erinnerte an frühere Entlasserunden seit 2022. Die Mitarbeiter befürchten, dass die verbleibenden Mitarbeiter mit zusätzlichen Aufgaben überlastet werden und die Situation sich weiter verschlechtert. Meta hat die Entlassungen angekündigt – ein weiterer Schritt in Richtung der Verkleinerung des Unternehmens.
