Meteosat MTG-I2 Startet vom Kourou-Satellitenport – Spanische Industrie Spielstabil
Am 27. August wird der Meteosat MTG-I2-Weltraumsonde vom Kourou-Satellitenport in Französisch-Guayana gestartet. Damit erweitert sich die MTG-Konstellation von Eumetsat, zu der bereits die ersten MTG-Imager und -Sounder gehören. Die Mission zielt darauf ab, mit bisher ungekannter Detailgenauigkeit Daten und Bilder für die Wettervorhersage und Klimabewältigung in Europa und Nordafrika zu generieren. Die spanische Raumfahrtindustrie hat dabei eine bedeutende Rolle gespielt.
Konstellation Erweitert, Neue Fähigkeiten
Der MTG-I2 wird an Bord eines Ariane 6-Raketen, der zum ersten Mal eine Mission in eine geostationäre Umlaufbahn bei etwa 36.000 Kilometern über dem Äquator annehmen wird, in den Orbit gebracht. Die Konstellation, in Zusammenarbeit mit der Europäischen Weltraumorganisation (ESA), geht mit dieser neuen Einheit ihren vollen Betrieb an. Die MTG-Imager-Satelliten werden gemeinsam operieren und sind mit einem ‘Lightning Imager’ und einem ‘Flexible Combined Imager’ ausgestattet. Der ‘Lightning Imager’ ermöglicht die kontinuierliche Beobachtung von Blitzen, während der ‘Flexible Combined Imager’ schnell wechselnde Wetterphänomene erfasst und somit rechtzeitige Warnungen ausgeben kann. Diese Instrumente sind besonders wichtig für die Flugzeugsicherheit und können die Erdoberfläche in nur 10 Minuten und ganz Europa alle 2,5 Minuten scannen.

Steigerung der Datenmenge
Die MTG-Konstellation soll mindestens 50-mal mehr Daten generieren als die vorherigen Meteosat-Satelliten der zweiten Generation (MSG). Dies ermöglicht eine deutliche Verbesserung der Vorhersage von schweren Wetterereignissen und der Klimabewältigung in Europa und Nordafrika.

Spanische Beteiligung und Wirtschaftliche Bedeutung
Die spanische Industrie hat eine besonders wichtige Rolle bei der Entwicklung des Meteosat-Satelliten gespielt. Im Jahr 2024 verzeichnete sie einen Umsatzanstieg von 14,9 % auf fast 1,3 Milliarden Euro, wie aus einem Bericht von PwC für TEDAE hervorgeht. Der Sektor schuf über 22.700 Arbeitsplätze und investierte rund 13 % seiner konsolidierten Umsätze in Forschung und Entwicklung. Die Raumfahrt trug 2024 2,087 Milliarden Euro zum spanischen Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei, was 1,2 % des spanischen Industrie-BIP entspricht. Ein Großteil der Umsätze (83 %) entfielen auf Exporte.
Zu den spanischen Beteiligten gehören Airbus, der die Struktur und das thermische Management des ‘Flexible Combined Imager’ übernommen hat, sowie Thales Alenia Space und Alban Pichon. US-amerikanische Unternehmen wie Northrop Grumman und Airbus Crisa leisten ebenfalls einen Beitrag zur Entwicklung des Satelliten.
