Microsoft unter druck: wettbewerbsaufsicht untersucht geschäftspraktiken
Die britische Wettbewerbsbehörde CMA hat eine Untersuchung gegen Microsoft Corp. eingeleitet. Im Fokus stehen die Lizenzbedingungen für Software wie Word, Excel und der KI-Assistent Copilot. Die Entscheidung, die Untersuchung im Mai zu starten, deutet auf wachsende Bedenken hinsichtlich der Marktposition des Technologiegiganten hin.

Cma prüft microsofts vorgehen im softwaremarkt
Die CMA will klären, ob die Geschäftspraktiken von Microsoft eine Regulierung erfordern. Ein möglicher Ausgang der Untersuchung ist die Einstufung von Microsoft als „marktstrategisch“, was der Behörde die Möglichkeit geben würde, Maßnahmen zur Förderung des Wettbewerbs zu ergreifen. Die Untersuchung folgt auf frühere Bedenken bezüglich der Dominanz von Microsoft im Bereich der Unternehmenssoftware, einschließlich Produktivitätssoftware, Betriebssystemen und Datenbankmanagement.
Besonders kritisch wird die zunehmende Integration von fortschrittlicher KI gesehen. Die Einbindung von KI-Assistenten und agentenbasierten Technologien in gängige Arbeitswerkzeuge markiert einen Wendepunkt für den Sektor. Der Einsatz von Anthropic's Claude zur Steigerung des Einsatzes von KI-Agenten in Büros ist ein Beispiel dafür.
Die CMA hatte bereits im vergangenen Jahr Bedenken hinsichtlich der Marktdominanz von Microsoft und Amazon Web Services (AWS) im Bereich Cloud-Dienste geäußert. Beide Unternehmen kontrollieren schätzungsweise bis zu 40 % der Cloud-Ausgaben britischer Kunden. Im Jahr 2024 beliefen sich diese Ausgaben auf 10,5 Milliarden Pfund, ein jährliches Wachstum von fast 30 % seit 2020. Microsoft reagiert auf diese Bedenken mit verstärktem Fokus auf Portabilität und Interoperabilität.
AWS hat sich ebenfalls verpflichtet, Änderungen im Cloud-Geschäft vorzunehmen, die die Auswahlmöglichkeiten der Kunden hinsichtlich Portabilität und Migration verbessern. Die Rivalität zwischen Microsoft und Apple, die Jahrzehnte zurückreicht, wird durch diese Entwicklungen neu entfacht. Die Frage ist, ob die Wettbewerbsaufsicht durch diese Maßnahmen ausreichend beruhigt wird.
Die Untersuchung der CMA könnte weitreichende Konsequenzen für die gesamte Softwareindustrie haben und die Art und Weise, wie Unternehmen Software lizenzieren und nutzen, grundlegend verändern.
