Nahost-börsen unter druck: eskalation in der region belastet märkte

Die wichtigsten Börsen im Nahen Osten eröffneten am Sonntag unter starker Belastung. Die jüngste Eskalation des Konflikts zwischen den USA und Israel, ausgelöst durch Angriffe auf Iran und dessen Vergeltungsschläge gegen Länder wie Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate, hat zu einer deutlichen Verunsicherung geführt. Die Märkte reagierten mit heftigen Verkäufen, wobei lediglich der Energiesektor eine Ausnahme bildete.

Energieaktien als windiger hafen

Energieaktien als windiger hafen

Die saudische Ölgesellschaft Aramco konnte beispielsweise um +2,5 % zulegen, was auf die Erwartung eines deutlichen Anstiegs der Ölpreise beim erneuten Marktstart heute Abend hindeutet. Doch die anfängliche Erleichterung wich schnell der Besorgnis.

In Saudi-Arabien erlebte der Tadawul-Index eine heftige Eröffnung mit Kursrückgängen von bis zu 5 %, bevor er sich teilweise stabilisierte – die Verluste lagen aber weiterhin bei rund 2,5 %. Die Situation in den Vereinigten Arabischen Emiraten ist noch kritischer. Der Dubai Financial Market verzeichnete einen Rückgang von etwa 2 % nach Angriffen auf wichtige Flughäfen und der daraus resultierenden Flugaussetzung.

Abu Dhabi verlor 1,5 %, während die Börse von Kuwait die Handelstätigkeit komplett aussetzte, mit Verweis auf "außergewöhnliche Umstände". Doha (Katar) blieb aufgrund eines lokalen Feiertags geschlossen. Die Investoren fokussieren sich nun auf die Öl- und Gaspreise, obwohl die Hauptmärkte noch geschlossen sind. Einige Krypto- und Derivateplattformen zeigten zwar kurzfristige Bewegungen, doch die Liquidität ist gering.

Der Schifffahrtsweg durch den Schollmann, der etwa 30 % der weltweiten Erdölexporte befördert, stellt ein potenzielles Risiko dar. Sollte es zu Engpässen kommen, könnten die Preise sprunghaft ansteigen. Der Broker IG prognostiziert bereits einen Anstieg des West Texas Intermediate (WTI)-Öls um 6 % seit den ersten Angriffen am Samstag. Die Reaktion der Marktteilnehmer wird ab heute Abend auf den Futures-Plattformen von CBOE und CME sichtbar.

Trotz anhaltender Gespräche zwischen Iran und den USA in Oman über das iranische Atomprogramm haben die Rohölpreise in den vergangenen Tagen bereits zugenommen. Doch die gegenwärtige Unsicherheit überwiegt.

Die Welt wartet ab, ob die Eskalation in der Region zu einem noch größeren Konflikt eskaliert. Die Energieversorgung ist nicht das einzige, was hier auf dem Spiel steht.