Nasdaq 100 stürzt ab – tech-rally im freien fall

Der Nasdaq 100 hat am vergangenen Freitag einen dramatischen Einbruch erlebt und damit seine erste seit Ende März andauernde Verlustwoche beendet. Die Energiemärkte und der plötzliche Anstieg der Ölpreise waren nur ein Teil der Faktoren, die den Technologieindex in die Schanze trieben – ein Comeback der einst so glühenden KI-Investments war damit beendet.

Technologie-blues und intel-schock

Nach einem anfänglichen Aufschwung drehte Intel die Wende und fiel um satte 7,89 Prozent, trotz einer überraschend positiven Prognose für die Umsätze. Der S&P 500 konnte sich lediglich um 0,05 Prozent nach oben bewegen, was einer Wochenverluste von 0,6 Prozent entspricht. Auch der Dow Jones erlebte einen leichten Aufschwung von 0,5 Prozent. Besonders bitter: Der Semiconductors Index der Nasdaq gelang ein weiterer Einbruch um 4,25 Prozent, was zu einer beispiellosen Abwärtsbewegung von fast 17 Prozent im Juli führt – und damit den schlechtesten Monatsverlauf seit Juni 2022.

Retail-investoren in der krise

Retail-investoren in der krise

Eine vom Goldman Sachs erstellte Zusammenstellung der beliebtesten Aktien bei Privatanlegern zeigte die größte monatliche Korrektur seit April 2022. SanDisk, einst ein Hoffnungsträger, fiel am Freitag um 10,79 Prozent, der größte Abwärtstränder im S&P 500. Die Anleger beobachten die Entwicklung genau, angesichts der bevorstehenden Veröffentlichung der Quartalsergebnisse der großen Technologieunternehmen.

Fehlanzeige bei den ki-gewinnern

Fehlanzeige bei den ki-gewinnern

Die Veröffentlichung der Zahlen von Microsoft und Meta am kommenden Mittwoch wird unter die Lupe genommen, ebenso wie die von Amazon und Apple am Donnerstag. Tesla verlor 2,08 Prozent, nachdem es am Vortag bereits fast 15 Prozent verloren hatte, aufgrund einer unerwarteten Umsatzdrosselung. Alphabet konnte sich hingegen leicht erholen, nachdem eine erhöhte Prognose für den Kapitalaufwand die Befürchtungen hinsichtlich der Investitionen in künstliche Intelligenz verstärkt hatte. Die Frage ist nur: Wann hört der Strudel auf?

Zinswende und geopolitische unsicherheiten

Zinswende und geopolitische unsicherheiten

Die Börsen haben in den letzten Tagen enorme Schwankungen erlebt, getrieben von widersprüchlichen Zahlen über die Gewinne der großen Tech-Unternehmen, der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten – die Ölpreise stiegen kurzzeitig über 100 Dollar pro Barrel – und den erneuten Handelskonflikten, angeführt von dem ehemaligen Präsidenten Trump, der nun mit neuen Zöllen auf die Europäische Union droht. Der Nasdaq 100 verzeichnete im Juli einen Rückgang von 7,1 Prozent, der schlimmste seit März 2025, als die Befürchtungen vor neuen Zöllen Trumps die Aktienmärkte belasteten. Scott Ladner von Horizon Investments kommentierte: „Was sich geändert hat, ist der Anstieg der Renditen an Staatsanleihen nach dem plötzlichen Anstieg der Ölpreise, ausgelöst durch die Ängste vor Inflation und Zinsänderungen.“