Openai verliert anziehungskraft: anthropic zieht in den fokus
Die Investorenflut in den sekundären Markt für künstliche Intelligenz (KI) ebbt ab. Während OpenAI einst als unumstrittener Favorit galt, verlagert sich die Aufmerksamkeit – und das Geld – zunehmend auf seinen Konkurrenten Anthropic. Die einst so begehrten Aktien des KI-Giganten werden kaum noch gehandelt, während Anthropic Rekordaufträge erhält.

Die kehrtwende im ki-markt
Laut Ken Smythe, Gründer des Next Round Capital, ist die Nachfrage nach OpenAI-Aktien im Secondary Market rapide eingebrochen. „Wir finden aktuell niemanden unter unseren institutionellen Investoren, der bereit ist, diese zu kaufen“, so Smythe. Im Gegensatz dazu, berichten Quellen, sind 2 Milliarden US-Dollar an Investitionen für Anthropic bereitgestellt. Auch andere Plattformen wie Augment und Hiive verzeichnen ein Rekordinteresse an Anthropic-Aktien.
Der Unterschied in der Bewertung der beiden Unternehmen ist dabei entscheidend. Adam Crawley, Mitbegründer von Augment, sieht die Risikobereitschaft derzeit klar auf Anthropic gerichtet: „Die Rendite-Risiko-Relation ist jetzt einfach besser.“ Während Investoren auf eine Angleichung der Bewertungen spekulieren, ist der kurzfristige Ertrag bei OpenAI weniger klar definiert.
Während Morgan Stanley und Goldman Sachs OpenAI-Aktien an Privatanleger verkaufen, berechnet Goldman für Anthropic seine übliche Provision von 15-20 Prozent der Gewinne. OpenAI selbst meldete kürzlich die größte Finanzierungsrunde seiner Geschichte in Höhe von 122 Milliarden US-Dollar, unterstützt von Technologie-Giganten und Venture Capital. Doch diese Finanzierung scheint die Entwicklung im Secondary Market nicht aufzuhalten.
Die beiden KI-Unternehmen, die durch den Launch von ChatGPT (OpenAI, 2022) und Claude (Anthropic) an Popularität gewannen, stehen kurz vor dem Börsengang. Beide Unternehmen beschränken den Handel mit ihren Aktien im Secondary Market auf ihre ausdrückliche Genehmigung. Trotzdem sind Anteile über SPVs zugänglich. Einige Investoren zeigen sich jedoch vorsichtiger angesichts der hohen Betriebskosten von OpenAI im Vergleich zu Anthropic. Obwohl OpenAI eine solide Nutzerbasis vorweisen kann, verliert es im Geschäft mit Unternehmen an Boden – ein Bereich, in dem Anthropic stärker ist und ein stabileres Wachstum aufweist.
Anthropic steht jedoch auch vor eigenen Herausforderungen. Eine Klage des US-Verteidigungsministeriums wegen Risiken für die Lieferkette und ein Sicherheitsleck, das den internen Code von Claude preisgab, belasten das Unternehmen. Der Börsengang von Anthropic ist für Oktober geplant.
Die Kehrtwende im KI-Markt zeigt deutlich, dass der Hype um OpenAI nachgelassen hat. Während das Unternehmen weiterhin hohe Summen an Kapital aufnimmt, verlieren Investoren das Vertrauen in die kurzfristige Wertsteigerung. Der Fokus verschiebt sich auf Anthropic, das mit seinem stärkeren Fokus auf Unternehmen und einer klareren Roadmap für den Börsengang als attraktivere Alternative erscheint. Es ist ein Zeichen, dass der Markt nicht blindem Optimismus folgt, sondern rationalen Entscheidungen.
