Openai zieht chatgpt-buchungen zurück: expedia und booking.com profitieren

OpenAI kehrt von der direkten Abwicklung von Reservierungen in ChatGPT ab. Die überraschende Wende beflügelte die Aktien von Reiseportalen wie Expedia und Booking.com.

Openai setzt auf partner: transaktionen ausgelagert

Openai setzt auf partner: transaktionen ausgelagert

Die Nachricht von der strategischen Kehrtwende, wie The Information berichtet, löste eine deutliche Kurssteigerung bei Expedia (+13%) und Booking.com (+8%) aus. OpenAI hatte zuvor Funktionen für Zahlungen und Buchungen direkt in ChatGPT integriert. Nun wird die sogenannte Instant Payment-Funktion auf Drittanbieter-Apps verlagert.

Analysten von TD Cowen sehen in diesem Schritt eine „beeindruckende Kapitulation“. Sie interpretieren die Entscheidung als Zeichen dafür, dass KI-Plattformen, die versuchen, zu einem „neuen Betriebssystem“ für Buchungen zu werden, entweder scheitern oder erheblich verzögert sind. Die Komplexität der Abwicklung – Zahlungen, Stornierungen, Kundenservice, logistische Herausforderungen – erwiesen sich als zu aufwendig und weniger profitabel, insbesondere für ein Unternehmen, das sich auf die Entwicklung von KI-Modellen konzentriert.

Die Reiseportale agieren mit ihren umfangreichen Verträgen und rechtlichen Verpflichtungen als etablierte Vermittler, die ChatGPT und Suchmaschinen in dieser Hinsicht übertreffen. Die Erfahrungen aus dem chaotischen Reiseverkehr in Dubai verdeutlichen, wie schnell es aus dem Ruder laufen kann, wenn eine einzelne Firma für die Reiseplanung verantwortlich ist.

Die Geschichte erinnert an Googles gescheiterten Versuch „Buchen auf Google“ (2015-2022). Auch der Tech-Riese erkannte, dass die Buchungsabwicklung zu komplex war. Zudem bevorzugen Konsumenten oft etablierte Reiseportale mit einem breiteren Angebot und höheren Conversion-Raten. Die Erkenntnis von OpenAI, dass Nutzer direkte Buchungen ablehnen, könnte eine Wende im Verhältnis zwischen KI und Reisevermittlern bedeuten.

OpenAI äußerte sich nicht zu der Anfrage nach Kommentaren. Die Entscheidung markiert einen Rückzug von einem vielversprechenden, aber letztlich schwierigen Geschäftsmodell. Es zeigt, dass selbst die innovativsten Technologien Grenzen haben – und dass etablierte Geschäftsmodelle in der Reisebranche noch lange nicht Geschichte sind.

Die Reisebranche hat gelernt, dass Kundenservice und Flexibilität wichtiger sind als die reine technologische Innovation. Und das ist eine Erkenntnis, die sich nicht so leicht ändern lässt.