Swift greift ein: künstliche intelligenz im visier – markenrechte als neue waffe

Taylor Swift setzt ein klares Zeichen: Die Sängerin kämpft gegen die unkontrollierte Nutzung ihrer Stimme und ihres Images durch künstliche Intelligenz. Ein mutiger Schritt, der weitreichende Folgen haben könnte.

Die strategie der künstlichen verteidigung

Wie berichtet, hat Swifts Unternehmen TAS Rights Management bereits drei Markenanmeldungen bei der US-Patent- und Markenamt eingereicht. Zwei davon schützen die unverwechselbare Stimme der Künstlerin – „Hallo, ich bin Taylor Swift“ und „Hallo, ich bin Taylor“ – während die dritte eine ikonische Pressefotografie aus ihrer aktuellen „The Eras Tour“ umfasst. Die Aufnahme zeigt Swift mit einer rosa Gitarre, einem schwarzen Riemen und einem irisierenden, farbenfrohen Body sowie silbernen Stiefeln. Das Ziel ist klar: Die Kontrolle über ihre eigene Identität in einer Zeit, in der KI-gesteuerte Deepfakes und Imitationen immer häufiger werden.

Swift ist bereits Opfer von Missbrauch durch künstliche Intelligenz geworden. Insbesondere Bilder wurden generiert, die die Künstlerin in obszönen Kontexten darstellen, und verbreiteten sich rasch in den sozialen Medien. Während der Präsidentschaftskampagne 2024 nutzte Donald Trump sogar KI-generierte Bilder, um Swift als Unterstützerin seiner Kandidatur zu suggerieren – eine unziemliche und schlichtweg falsche Darstellung.

Vorbild mcconaughey – der rechtsweg

Vorbild mcconaughey – der rechtsweg

Swifts Vorgehen folgt auf die Strategie von Matthew McConaughey, der kürzlich seine berühmte Phrase „It’s alright, alright, alright“ sowie Fragmente von Audioaufnahmen als „David Wooderson“ in der Komödie „Frauentausch“ (1993) rechtlich abgesichert hat. Die Anwälte, die McConaughey bei seiner Strategie des „Selbst-Registrierens“ unterstützen, sehen darin ein zusätzliches juristisches Mittel gegen KI-generierte Replikate, die Swifts Bild und Erscheinung ohne ihre Zustimmung nutzen wollen. In einigen Bundesstaaten wie New York und Kalifornien gibt es bereits Gesetze zum Persönlichkeitsrecht, die den unautorisierten kommerziellen Gebrauch von Bildern verbieten. Allerdings könnten Klagen vor US-Bundesgerichten eine effektivere Lösung darstellen, da sie ein bundesweites Wirkungspotenzial haben.

Josh Gerben, Rechtsanwalt bei Gerben IP, betonte in seinem Blog, dass diese Anmeldungen die Besorgnis der Branche über die Bedrohung durch KI verdeutlichen. KI gefährdet die Kontrolle von Künstlern über ihre Stimme und ihr Bild, wodurch diese ohne Zustimmung genutzt werden können. Disney hat beispielsweise bereits eine Abmahnung an Google für die Nutzung von KI-Gemini ausgesprochen, um Deepfakes von Disney-Charakteren zu erstellen. Die Anmeldungen von Swift und McConaughey sind somit ein wichtiger Test für die Anwendung des Markenrechts im Zeitalter der KI.

Ein blick in die zukunft der markenrechte

Ein blick in die zukunft der markenrechte

Die jüngsten Anmeldungen von Swift und McConaughey stellen neue Theorien über das Markenrecht im Kontext der KI auf den Prüfstand. Obwohl der Ansatz des „Selbst-Registrierens“ noch nicht in den Gerichtsverfahren gegen KI getestet wurde, birgt er ein ähnliches Potenzial wie die Urheberrechte großer Filmstudios, sodass Künstler die Möglichkeit haben, eine sofortige Entfernung von Inhalten zu fordern, die ihre Persönlichkeit missbrauchen. Letztendlich zeichnen sich diese Schritte als ein entscheidender Schritt aus, um die Rechte von Kreativen in einer von KI zunehmend dominierten Welt zu schützen.