Energiekrise: eu warnt vor lieferengpässen – raffinerien sollen vorsorgen

Die Europäische Kommission hat heute vor einer möglichen anhaltenden Energieversorgungskrise gewarnt. Der Konflikt im Nahen Osten verschärft die ohnehin angespannte Lage auf den globalen Öl- und Gasmärkten. Die Behörden fordern die Mitgliedsstaaten zu gemeinsamer Planung auf, um die Versorgung mit Rohöl und Raffinerieprodukten zu sichern.

Brüssel fordert koordinierte maßnahmen zur energieversorgung

Brüssel fordert koordinierte maßnahmen zur energieversorgung

Kommissionspräsidentin für Energie und Wohnen, Dan Jorgensen, betonte die „signifikante Drucksituation“, die die geopolitische Lage auf die Märkte ausübt. Besonders besorgniserregend sei die Verengung des Schiffsdurchwegs Ormuz, durch den rund 20 % der weltweiten Ölversorgung fließen. Obwohl die EU durch Importquellen und die bisherige Bedeutung der Region in ihren Einkäufen geschützt ist, warnt Jorgensen vor einer weiteren Verschärfung der Situation durch zunehmenden globalen Wettbewerb.

Die EU ist besonders abhängig von der Energieversorgung des Nahen Ostens, insbesondere bei raffinierten Produkten. Begrenzte alternative Lieferanten und Raffinationskapazitäten innerhalb der Union verschärfen die Lage zusätzlich. Die Kommission rief die Mitgliedsstaaten daher auf, sich auf mögliche Verschlechterungen vorzubereiten.

Ein wichtiger Punkt ist die Nutzung bestehender Instrumente wie der Ölkoordinierungsgruppe, um die strategischen Reserven zu planen und das Verhältnis von Angebot und Nachfrage nach Flugzeug- und Dieselkraftstoff zu optimieren. Zudem sollten Maßnahmen zur Nachfragereduktion, insbesondere im Transportwesen, verstärkt werden – im Einklang mit dem Zehn-Punkte-Plan der Internationalen Energieagentur.

Die EU mahnte, Entscheidungen zu vermeiden, die den Verbrauch von Treibstoffen ankurbeln oder den freien Verkehr von Ölprodukten behindern. Nationale Maßnahmen müssen unter Berücksichtigung der grenzüberschreitenden Auswirkungen ergriffen werden, um die Kohärenz des Binnenmarktes zu wahren. Unverzüglich sind nicht dringende Wartungsarbeiten in Raffinerien zu verschieben, und der Einsatz von Biokraftstoffen sollte verstärkt werden.

Die EU sieht sich durch die Pflicht der Mitgliedsstaaten, strategische Ölreserven zu halten und Notfallpläne zu verfügen, in einer „relativ soliden“ Position. Die Zusammenarbeit mit den Mitgliedsstaaten soll fortgesetzt werden, um die Herausforderungen der Märkte zu antizipieren und eine sichere Versorgung zu gewährleisten. Die USA hingegen scheinen sich der Verantwortung zu entziehen und fordern Verbündete auf, für ihre eigene Energieversorgung zu kämpfen. Eine überraschende Kehrtwende, die die globale Energiepolitik nachhaltig verändern könnte.