Iran hält ormuzstraße offen: jamenei ignoriert ölpreisanstieg
Teheran – Der iranische Oberhaupt, Ayatollah Ali Khamenei, ist verstorben. Sein Nachfolger, Ayatollah Mojtaba Jamenei, hat in seiner ersten öffentlichen Erklärung seit der Amtsübergabe signalisiert, dass der Schifffahrtsweg durch den Schahriar-Straße (auch bekannt als Stramme Straße oder Ormuzstraße) weiterhin geschlossen bleiben soll. Diese Entscheidung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Ölpreise aufgrund von Unsicherheiten im globalen Markt bereits gestiegen sind.

Jamenei setzt auf blockade – ölpreise steigen
Die Aussage Jameneis, getätigt in einer Fernsehansprache, lässt kaum Raum für Zweifel: Die Teheraner wollen den kritischen Wasserweg, der für etwa 20 % des weltweiten Ölhandels von Bedeutung ist, nicht öffnen. Die Ankündigung führte zu einem sofortigen Anstieg der Ölpreise. Der Brent-Preis sprang über die 100 Dollar pro Barrel, nachdem die Internationale Energieagentur (IEA) zuvor eine massive Freisetzung von 400 Millionen Barrel aus ihren Reserven angekündigt hatte. Doch die Blockade der Ormuzstraße scheint diesen Effekt zu überwiegen.
Die IEA schätzt, dass die Krise mit dem Schifffahrtsweg bereits 7,5 % des weltweiten Ölangebots beeinträchtigt. Experten warnen vor weiteren Preisanstiegen. Goldman Sachs prognostiziert, dass die Ölpreise im schlimmsten Fall den Höchststand von 2008 übersteigen könnten, sollte die Schifffahrt durch Ormuz bis März stark eingeschränkt bleiben. Damals hatte der Brent-Preis bereits 147,50 Dollar pro Barrel erreicht – ein Ergebnis steigender Nachfrage und begrenzter Liefermöglichkeiten.
Die geopolitische Lage verschärft die Situation zusätzlich. Die Spannungen zwischen den USA und Iran, die sich durch die jüngsten Ereignisse verschärft haben, haben die Märkte in Alarmbereitschaft versetzt. Die Sorge vor einer Eskalation des Konflikts führt zu einer weiteren Volatilität der Ölpreise. Die Lieferketten sind gefährdet. Die wirtschaftlichen Folgen könnten weitreichend sein.
Die Politik in Teheran scheint fest entschlossen. Die Entscheidung, die Ormuzstraße weiterhin zu blockieren, ist ein deutliches Signal – und ein riskantes Manöver, das die Weltwirtschaft vor große Herausforderungen stellt.