Studienaufenthalte im in- und ausland: staat fördert 'medrano-stipendien' für studenten

Eine neue Initiative des spanischen Verkehrsministers Pedro Sánchez soll die Hochschullandschaft des Landes verändern. Studenten erhalten die Chance, ein oder zwei Semester an einer anderen Universität in Spanien zu verbringen – und zwar mit einer attraktiven finanziellen Unterstützung. Die sogenannte „Medrano-Stipendien“ sind ein Rückkehrer, doch diesmal mit einem deutlich erweiterten Ziel.

900 Euro monatlich für den studienwechsel: ein nationaler 'erasmus'?

Das Programm, benannt nach Luisa de Medrano, der ersten Professorin an der Universität Salamanca im 16. Jahrhundert, sieht eine monatliche Förderung von bis zu 900 Euro für bis zu 900 Studenten vor. Das entspricht insgesamt etwa 8.100 Euro pro Student über das gesamte Studienjahr. Die erste Ausschreibung richtet sich an 2.300 Studierende.

Die Regierung spricht von einem „nationalen Erasmus“, inspiriert von den europäischen Austauschprogrammen. Ziel ist es, den Wissensaustausch zwischen den Universitäten zu fördern und den Studierenden Zugang zu Fachgebieten und Studienansätzen zu ermöglichen, die an ihrer Heimatuniversität möglicherweise nicht angeboten werden. Die Förderung soll die Mobilität der Studierenden im ganzen Land erhöhen.

Die Medrano-Stipendien sind keine völlig neue Idee. Eine ähnliche Initiative, die Séneca-Stipendien, existierte bereits zwischen 2000 und 2012. Sie wurde jedoch nach der Wirtschaftskrise abgeschafft. Die neue Initiative baut auf dieser Erfahrung auf und zielt darauf ab, das spanische Hochschulsystem zu stärken, die Zusammenarbeit zwischen den Institutionen zu fördern und den Studierenden die Möglichkeit zu geben, ihre Ausbildung durch Erfahrungen in anderen Regionen zu bereichern.

Die Anforderungen für die Bewerbung sind klar: Die Studierenden müssen bereits mindestens 60 Leistungspunkte absolviert haben (was in der Regel dem ersten Studienjahr entspricht) und eine Studienplatz im nationalen Austauschprogramm SICUE (Sistema de Intercambio entre Centros Universitarios de España) besitzen. SICUE ermöglicht bereits jetzt einen Austausch an anderen spanischen Universitäten. Nur wer bereits einen Platz über SICUE hat, kann sich auf die finanzielle Unterstützung bewerben.

Die Kosten für ein Studium in Spanien sind relativ moderat, insbesondere im Vergleich zu anderen europäischen Ländern. Die jährlichen Studiengebühren an öffentlichen Universitäten liegen zwischen 600 und 1.400 Euro, abhängig von der Region und der Anzahl der Kreditpunkte. Doch die größten Kosten entstehen oft durch die Lebenshaltungskosten. In Universitätsstädten wie Madrid, Barcelona oder Valencia können Miete und Lebenshaltungskosten leicht 900 bis 1.100 Euro pro Monat betragen.

Mit einem Gesamtbudget von etwa 18,8 Millionen Euro soll die erste Förderung rund 2.300 Studierende unterstützen. Die Regierung plant, das Programm in den kommenden Jahren schrittweise auszubauen, sofern die Ergebnisse der ersten Ausschreibung positiv sind. Die Auswahl erfolgt über öffentliche Ausschreibungen und unter Berücksichtigung akademischer und administrativer Kriterien. Die Medrano-Stipendien bieten eine willkommene Chance, die Bildungschancen in Spanien zu verbessern – ein wichtiger Schritt für die Zukunft.