Gigantischer kosmischer laser entdeckt - 8 mrd. lichtjahre entfernt
Ein Team von Astronomen hat ein außergewöhnlichesPhänomen im tiefen Kosmos entdeckt: einen riesigen, terrestrisch gerichteten Laser, der von etwa 8 Milliarden Lichtjahren Entfernung kommt. Es handelt sich um den bisher hellsten und fernsten beobachteten Megamasern, eine extrem seltene Signalquelle, die dank eines seltsamen Raum-Zeit-Effekts nach Albert Einsteins Vorhersagen aus dem 20. Jahrhundert detektiert werden konnte.

Megamasers: kosmische lasersysteme in galaxienkollisionen
Megamasers sind sehr starke, millimeterwellige Emissionen, die während heftiger Kollisionen zwischen Galaxien entstehen. Wenn sich zwei Galaxien vermählen, werden riesige Gaswolken durch die Kompression extrem aufgeheizt und aktivieren große Mengen der Molekülverbindung Wasserstoff-Methylid (H2O+). Diese freien Moleküle verströmen ihre Energie in Form von hochintensiven Mikrowellen.
Der Prozess erinnert an die Funktionsweise von menschlichen Lasern, bei denen Teilchen Licht emittieren, das dann durch Spiegel verstärkt wird. Bei Megamasern wird der Prozess ähnlich ablaufen, jedoch anstatt sichtbaren Licht werden Mikrowellen verstärkt.
Wissenschaftler haben diese Signalquelle mit dem südafrikanischen Radioteleskop MeerKAT detektiert, bestehend aus 64 Antennen. Die Ursache der Emission stammt aus einem Galaxien-System in Kollision, das 2014 entdeckt wurde. Die emittierenden Mikrowellen haben eine Wellenlänge von etwa 18 Zentimetern und sind wesentlich heller als die anderer entdeckter Megamasers.
Das Signal ist so alt, dass es von einer Zeit stammt, als der Universum etwa die Hälfte seiner heutigen Alter hatte – was es zum bislang entferntesten je beobachteten Megamaser macht. Die Erkennung war nur möglich dank eines Phänomens namens Gravitational Lensing. Dieser Effekt tritt auf, wenn das Licht oder die Radiowellen von einem sehr massereichen Objekt, das zwischen Quelle und Beobachter liegt, umgeleitet werden.
Die Forscher bezeichnen das System als
